Milch Marker Index Fakten

Der Milch Marker Index ist von Januar bis April 2021 von 113 auf 111 Indexpunkte gesunken. Mit 45,75 Cent pro Kilogramm verharren die Milcherzeugungskosten damit auf einem sehr hohen Niveau. Weitere Kostensteigerungen ergaben sich insbesondere bei Düngemitteln und Zukauffutter. Der weiterhin auf den Betrieben lastende Kostendruck wurde durch eine Reduktion der Ausgaben für die Unterhaltung von Gebäuden und Maschinen kompensiert. Dies zeigte sich bei den Berechnungen für die Milchviehbetriebe in allen drei Regionen. Diese Reaktionen der Milcherzeuger/innen weisen auf ein deutliches Zurückfahren der Investitionen angesichts anhaltend hoher Produktionskosten hin.

Der Milchauszahlungspreis lag im April 2021 bei 34,02 Cent pro Kilogramm und damit 4 Prozent höher als im Januar dieses Jahres. Das Verhältnis zwischen den Kosten und Preisen verbesserte sich entsprechend wieder nur geringfügig. 26 Prozent der Milcherzeugungskosten blieben ungedeckt. Die Milchauszahlungspreise stiegen in allen drei Regionen, dabei am stärksten im Norden (um plus 1,58 Cent pro Kilogramm auf 33,46 Cent pro Kilogramm, in der Region Süd um plus 1,03 auf 34,87 und in Ost plus 1,32 auf 33,82 Cent pro Kilogramm). Die höchsten Milchpreise wurden dennoch von Molkereien in Bayern (35,33 Cent pro Kilogramm) und Baden-Württemberg (35,00 Cent) gezahlt. Für Milcherzeuger/innen in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland blieben Preissteigerungen aus.

Die Berechnung des Milch Marker Index wurde auf Basis der aktualisierten INLB-Daten für das Jahr 2019 neuberechnet. Dies schloss auch eine Aktualisierung der Trendergebnisse seit dem Jahr 2020 ein.

Kurz notiert

Gutachtenerstellung beauftragt

Das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) wurde von der MEG Milch Board w. V. mit der Erstellung des Gutachtens sowie der Berechnung des MMI beauftragt.

Weitere Wissenschaftler haben sich an dem Projekt beteiligt. Die zutreffende Systematik und Methodik der Kostenberechnungen ist von unabhängiger Expertenseite zustimmend kommentiert worden. 


Auf einen Klick

Ausführliche Informationen dazu auch im aktuellen Gutachten, welches Sie hier als PDF Dokument laden können.

Das Erstgutachten aus dem Jahr 2013 kann in der Göttinger Geschäftsstelle angefragt werden.

Karte Erzeugungskosten

Milch Marker Index MMI

Datum der Veröffentlichung: 15.07.2021

Quelle: Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis und INLB
 

* Quartalswerte vorläufiger Trend, alle Angaben ohne MwSt., ab 2020 Hochrechnung auf Basis INLB 2019 (2019 vorläufig) und Destatis, zuvor Berechnungsbasis INLB 2010 bis 2018.

** alle Milchpreise bei 4,0 % Fett u. 3,4 % Eiweiß, Quellen: Preise für angelieferte Rohmilch und Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch. In: Statistisches Jahrbuch und Statistische Monatsberichte BMEL, verschiedene Jahrgänge, www.bmelv-statistik.de, Hrsg. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Preis-Kosten-Ratio (Unterdeckung)

Datum der Veröffentlichung: 15.07.2021

 

Quelle Grafiken und Tabellen:
Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis und INLB


 

MILCH & MARKT

Die Berechnungen der MEG Milch Board mit dem MMI dokumentieren das Drama, das für die Milchbäuerinnen und Milchbauern nicht größer sein könnte. Die Rechnungen für die Produktionsmittel und Dienstleistungen der Milchproduktion können schon jetzt nicht bezahlt werden, und die Liste von neuen Forderungen an die zukünftige Produktion von Kuhmilch ist praktisch unendlich.

Gleichzeitig erfinden und erforschen nicht-landwirtschaftliche Unternehmen „Milchsubstitute“, die gewinnbringend am Markt platziert werden. Milchbäuerinnen und Milchbauern haben versucht, diesen Entwicklungen durch Kosteneinsparungen zu begegnen. Auch die Bilanzreserven sind schon lange aufgebraucht, weder Arbeit noch Boden werden entlohnt. Folglich dreht sich das Hamsterrad immer schneller, und das Drama verschärft sich eklatant. Eine Milchpreisexplosion, ähnlich wie bei den Kosten, ist nicht in Sicht. Wie auch, wenn die Milch verarbeitende Industrie ihre Macht dafür einsetzt, eine signifikante Milchpreiserhöhung für die Erzeuger/innen um jeden Preis zu verhindern.

Hier lesen Sie mehr

 

 

Archiv 2009 bis 2018